Diese Seiten beschreiben beispielhaft unser Projekt bei Karmann in Osnabrück.

Häufige Fragen

Die komplexe Arbeit einer Transfergesellschaft erschließt sich oft erst auf den zweiten Blick. Amélie von Schoenaich, Projektleiterin der im Oktober 2006 exklusiv für ehemalige Osnabrücker Karmann-MitarbeiterInnen gegründeten Schaffer service GmbH, beantwortet häufig gestellte Fragen zu diesem Thema und zu dem konkreten Projekt:

Wie funktioniert eine Transfergesellschaft?

Eine Transfergesellschaft hat das Ziel, MitarbeiterInnen eines Unternehmens, die entlassen werden sollen, für einen befristeten Zeitraum von maximal einem Jahr zu übernehmen und ihnen durch Beratung und Qualifizierungen zu neuen Arbeitsplätzen im ersten Arbeitsmarkt zu verhelfen. Damit sollen mögliche Benachteiligungen und Arbeitslosigkeit verhindert werden.

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Welche Rolle spielt dabei die Bundesagentur für Arbeit?

Die Agentur für Arbeit finanziert diese Modelle mit einem Anteil. Sie zahlt während der Zugehörigkeit zur Transfergesellschaft ein so genanntes Transferkurzarbeitergeld. Die Höhe des "Transfer-Kug" beträgt für MitarbeiterInnen ohne Kinder 60 Prozent des letzten Nettogehaltes; für MitarbeiterInnen mit Kindern 67 Prozent.

In dem Osnabrücker Projekt wurde in der örtlichen Agentur für Arbeit unter Leitung der Teamleiterin Arbeitsvermittlung Heidrun Moronga eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die die betroffenen Mitarbeiter in der Transfergesellschaft von Anfang an begleitet. Die Projektgruppe  hat dafür gesorgt, dass z. B. die Arbeitssuchenden fristgerecht bei den verschiedenen zuständigen Wohnortagenturen gemeldet werden und hat allen Mitarbeitern Beratungstermine gegeben, um sicherzustellen, dass die Daten auch in das Vermittlungssystem VERBIS eingegeben werden. So haben die Teilnehmer die Möglichkeit, über die Stellendatenbank der Agentur von potenziellen Arbeitgebern angesprochen zu werden.

Durch die intensive und regelmäßige Zusammenarbeit können auf diese Weise auf kurzem Wege Problemfälle geklärt werden. Dadurch wird Sicherheit in rechtlichen Fragen sowohl für die Betroffenen als auch für die Berater in der Transfergesellschaft hergestellt. Weitaus wichtiger aber: Dem Ziel der frühen Vermittlung und der Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit wird auf diese Weise optimal Rechnung getragen.

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Wo liegen die Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber? Und für den Steuerzahler?

Das Unternehmen wählt auf diese Weise eine sozialverträgliche Lösung, die sowohl für die betroffenen Mitarbeiter besser ist, als auch dem verbleibenden Personal die Sicherheit gibt, dass für die scheidenden Kollegen gesorgt wird. Die Gründung einer Transfergesellschaft vereinfacht außerdem die Verhandlungen der Betriebsparteien über den Interessensausgleich und den Sozialplan.

Die Arbeitnehmer verzichten unter Umständen zwar auf einen Teil ihrer Kündigungsfristen, haben aber in einer Transfergesellschaft die Sicherheit, auch weiterhin monatlich Bezüge zu erhalten. Gleichzeitig verlieren sie nicht den Anspruch auf Arbeitslosengeld und werden zusätzlich bei der Jobsuche intensiv unterstützt. Die Chancen, auf diese Weise einen neuen Arbeitsplatz zu erhalten, steigen dadurch rapide an.

Der Steuerzahler profitiert insofern davon, dass die Gefahr von teurer Langzeitarbeitslosigkeit gemindert wird, die leicht entstehen kann, wenn die MitarbeiterInnen bei der Neuorientierung und bei Bewerbungen keine individuelle Unterstützung und Motivation durch einen Berater haben.

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Transfergesellschaften stehen im Verdacht, auf Kosten der Arbeit suchenden Menschen vorrangig ihren Inhabern bzw. dem entlassenden Unternehmen von Nutzen zu sein. Stimmt das?

Dieser Generalverdacht ist nicht haltbar: Auch ein Arzt verdient durch seine Tätigkeit seinen Lebensunterhalt und keiner wird ihm vorwerfen, von der Krankheit seiner Patienten zu profitieren. Die Schaffer service GmbH arbeitet seriös, transparent und nachprüfbar. Wir sind unabhängig und mit keiner Institution oder einem Konzern verbunden und somit auch niemandem verpflichtet. In der Regel entscheiden sich die Betriebsparteien gemeinsam für einen Träger. Damit entsteht eine solide Vertrauensbasis, von der alle Beteiligten profitieren.

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Wer kontrolliert eigentlich die Arbeit von Transfergesellschaften?

Wir haben festgelegte Berichtspflichten und müssen der Agentur für Arbeit nach jedem Projekt aussagekräftige Statistiken abliefern. Darüber hinaus werden in diesem Projekt der Schaffer service GmbH sämtliche Belege durch die NBank, die die EU-Mittel des Landes Niedersachsen verwaltet, engmaschig und sorgfältig überprüft.

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Was ist das Besondere an der Schaffer service GmbH?

Wir setzen von Anfang an auf kontinuierliche Einzelberatung. Nach unserer Erfahrung bringen Gruppenseminare nur wenig. Die zeitgleiche Beratung von mehreren KlientInnen lässt zu wenig Raum für die individuelle Zielfindung, die die Basis unserer Philosophie und unseres Erfolges ist. Die TeilnehmerInnen können in ihrem individuellen Tempo arbeiten und fühlen sich nicht allein gelassen. Die Einzelberatung mag auf den ersten Blick kostenintensiv erscheinen. Sie zahlt sich allerdings durch ein wesentlich schnelleres Vermittlungstempo aus.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Bewerbungsunterlagen unserer KlientInnen von den meisten Vorlagen, die üblicherweise in Bewerbungsratgebern vorgeschlagenen werden: Uns ist wichtig, dass die potenziellen Arbeitgeber bereits beim Lesen des Werdegangs möglichst viel über die Klientin oder den Klienten erfahren. Das Feedback von Personalverantwortlichen in Unternehmen auf unsere Bewerbungen ist besonders positiv. Das schlägt sich auch in einer überdurchschnittlich hohen Zahl von Einladungen zu Vorstellungsgesprächen nieder.

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Wie finanzieren sich Transfergesellschaften?

In der Regel ist es ein Mix aus Leistungen des Unternehmens und der Agentur für Arbeit. In die Schaffer service GmbH fließen in diesem Projekt zusätzlich noch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds, um bessere und intensivere Beratung und Qualifizierung leisten zu können.

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Was haben das Land Niedersachsen und die EU mit der Schaffer service GmbH zu tun?

Das Land Niedersachsen hat sich im Fall Karmann dafür entschieden, mit Mitteln zu helfen, die ihm aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) – hier ist es das Programm DIA – zur Verfügung stehen. Die wesentliche Vorraussetzung für diese Förderung ist Innovation und Zusätzlichkeit, um eine möglichst hohe Vermittlungsquote zu erreichen. Das Land Niedersachsen fördert in diesem Projekt vor allem unseren innovativen Beratungsansatz mit Research und eigenen Beratungsassistentinnen für die Klienten und die zusätzliche Qualifizierung der betreuten Mitarbeiter. Die Entscheidung zugunsten der Schaffer service GmbH erfolgte nach einer Ausschreibung.

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Können Transfergesellschaften wie die Schaffer service GmbH tatsächlich Vermittlungsquoten von 60 bis 80 Prozent erreichen?

Vermittlungsquoten sind natürlich immer eine rückwärts gerichtete Betrachtung. Auch für die Schaffer service GmbH sind Vermittlungsquoten von mehr als 80 Prozent nichts Ungewöhnliches. Allerdings hängen diese Quoten auch immer vom regionalen Arbeitsmarkt, der Qualifikation der KlientInnen und ihrer Flexibilität ab. Wir "machen" keine neuen Arbeitsplätze, sondern verschaffen den betreuten Menschen durch unsere Methodik einen Wettbewerbsvorteil im hart umkämpften Arbeitsmarkt.

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Was ist mit Placement bzw. Newplacement gemeint?

Ursprünglich existierte diese Dienstleistung unter dem Namen „Outplacement“ und kommt aus Amerika. Inzwischen haben sich verschiedene Begriffe eingebürgert, etwa „Placement“ oder „Newplacement“. Gemeint ist damit, dass betroffene Mitarbeiterinnen aufgefangen und professionell beraten werden. Ziel ist es, mit ihnen gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln und sie schnell in eine adäquate Anschlussbeschäftigung zu vermitteln. Diese Methode trägt dazu bei, innerbetriebliche Konflikte zu minimieren und einvernehmliche Trennungen zu erleichtern. Leider sind die Begriffe nicht geschützt und so muss man sehr genau hinschauen, welche Methoden in der Beratung zum Einsatz kommen. Für uns hat sich die kontinuierliche Einzelberatung gepaart mit sinnvoller Qualifizierung und intensiver Recherche „verdeckter“ Stellen als erfolgreich herausgestellt.

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Presse

Pressemitteilungen

Personaltransfer Karmann Osnabrück: Qualifizierung und Vermittlung laufen gut
(bg) Osnabrück, 31. Juli 2008. Ein halbes Jahr nach der Kündigung haben viele der rund 500 ehemaligen Mitarbeiter des Osnabrücker Automobilzulieferers Wilhelm Karmann GmbH neue Berufsperspektiven: 43,5 Prozent (175) der 402 ehemaligen Autobauer, die sich auf der Grundlage des im Januar 2008 ausgehandelten Sozialplans für die Betreuung durch die Personaltransfergesellschaft Schaffer service GmbH entschieden haben, sind wieder im Job. Lediglich zwei Fachkräfte befinden sich in Zeitarbeitsverhältnissen, 16 haben sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden.
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Personaltransfer Karmann Osnabrück: Chancen auf neue Jobs stehen gut
(bg) Osnabrück, 20. Mai 2008. Gut 27 Prozent (107) der 393 Karmann-Mitarbeiter, die sich seit Februar 2008 für die Betreuung durch die Personaltransfergesellschaft Schaffer service GmbH in Osnabrück entschieden haben, arbeiten bereits wieder in neuen Jobs.
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