Personaltransfer Karmann Osnabrück
Wulff: Gemeinsames Engagement hat Erfolg
65 Prozent der ehemaligen Autobauer haben wieder neue Berufsperspektiven / individuelle Personalberatung und marktorientierte Qualifizierungen führen schnell zum neuen Job
24. August 2007
(bg) Osnabrück, 24. August 2007. Der eher ungewöhnliche Weg, mit intensiver Einzelberatung und individuellen Qualifizierungsstrategien die Arbeitslosigkeit vieler Menschen zu verhindern, hat sich für weit mehr als die Hälfte der ehemaligen MitarbeiterInnen der Wilhelm Karmann GmbH bereits ausgezahlt. Hiervon konnte sich Ministerpräsident Christian Wulff in Osnabrück bei einem Gespräch mit Rommy Schaffer, Geschäftsführerin der Personaltransfergesellschaft Schaffer service GmbH, am Freitag überzeugen.
Rasche berufliche Neuorientierung
Wulff zeigte sich sehr erfreut über die erfolgreiche Arbeit der Transfergesellschaft, die seit Oktober 2006 auf dem Werkgelände des Automobilzulieferers in Osnabrück 642 ehemalige Karmann-MitarbeiterInnen betreut. Der Ministerpräsident hatte sich persönlich im vergangenen Jahr für eine möglichst sozialverträgliche Gestaltung des Arbeitsplatzabbaus im Karmann-Stammwerk eingesetzt. „Die Landesmittel sind optimal angelegt: Die rasche berufliche Neuorientierung und marktorientierte Qualifizierungen führen die Menschen schnell wieder in den Arbeitsmarkt“, sagte Wulff. Dies sei allerdings nicht ohne das große Engagement der Wilhelm Karmann GmbH, der Agentur für Arbeit Osnabrück, aber auch nicht ohne die außergewöhnlich hohe Motivation und Flexibilität der betroffenen Mitarbeiter möglich, betonte der Ministerpräsident.Mehr als die Hälfte arbeitet bereits im neuen Job
Seit September 2006 hatte der Cabriospezialist in seinem Osnabrücker Stammwerk in zwei Wellen Fachkräfte entlassen. Mit Geldern der Wilhelm Karmann GmbH, Unter- stützung der Arbeitsagentur Osnabrück und mithilfe des Landes Niedersachsen konnte zum 1. Oktober 2006 eine Transfergesellschaft für die betroffene Belegschaft auf dem Werkgelände eingerichtet werden, die gewerbliches Personal ebenso sorgfältig betreut wie leitende Angestellte.Die Förderung des Landes war mit der Zielvorgabe verbunden, mindestens 60 Prozent der Arbeitsuchenden in neue Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln. Dieses Ziel ist mit einer Vermittlungsquote von 65 Prozent bereits nach Zweidrittel der Laufzeit deutlich übertroffen. „Das ist ein hervorragender Erfolg der Transfergesellschaft“, sagte Ministerpräsident Wulff. Zurzeit betreut Schaffer service 642 MitarbeiterInnen. Davon haben 417 eine neue Arbeitsstelle. 46 MitarbeiterInnen befinden sich aktuell noch in Qualifizierungsmaßnahmen oder in längerfristigen Weiterbildungen. Insgesamt wurden knapp 300 Mitarbeiter qualifiziert, manche haben zwei oder mehr Kurse besucht. 25 Fachkräfte haben sich für die Selbstständigkeit entschieden. Der Personaltransfer ist auf den 31. Januar 2008 befristet.
Erfolgreiches Einzelcoaching
Die Geschäftsführerin der Transfergesellschaft, Rommy Schaffer, führt den bisherigen Erfolg nicht nur auf das „vorbildliche Zusammenspiel“ mit der Agentur für Arbeit Osnabrück, dem Automobilkonzern und dem Land Niedersachsen zurück. Sie verweist auch auf das erfolgreiche Einzelcoaching: Um die Klienten optimal auf einen erneuten Einstieg in die Arbeitswelt vorzubereiten, wird in Einzelgesprächen das individuelle Potenzial sorgfältig analysiert und ein konkretes berufliches Ziel definiert. Gemeinsam mit dem geschulten Beraterteam optimieren sie ihre Bewerbungsunterlagen und werden auf den Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern vorbereitet. Zusätzlich fahndet ein kreatives Expertenteam mithilfe einer sorgfältig gepflegten Kontaktdatenbank auch im „verdeckten“ Arbeitsmarkt nach passgenauen Stellen. Die Qualifizierungsexperten von Schaffer service suchen nach Möglichkeiten vor Ort, um schnell die Zusatzfertigkeiten vermitteln zu können, die aktuell in der betroffenen Branche bzw. in der Region gefragt sind.Vom Band auf die Lok
In den vergangenen Monaten sind mehrere maßgeschneiderte und am aktuellen Bedarf orientierte Qualifizierungen für die ehemaligen Karmann-MitarbeiterInnen in Osnabrück entstanden. Bisher wurden rund 300 Klienten der Schaffer service GmbH qualifiziert – zum Beispiel- für ihren künftigen Einsatz als Triebwagenführer im Schienenpersonennahverkehr
- für den Gefahrguttransport
- für das Führen von Maschinen
- als „Fachkraft Zerspanungstechnik (IHK)“ – diese zertifizierte CNC-Zusatzqualifizierung ist bundesweit einzigartig und wurde von der IHK Osnabrück und der dortigen Berufsschule für Metallberufe gemeinsam mit Schaffer service entwickelt
- durch Schweißerkurse, Gabelstaplerschein, Führerschein für Lastwagen und Bus
- in den Bereichen Logistik, Kfz-Technik, Computeranwendungen
Ein anderer Klient ist mittlerweile als Pferdezahnarzt in der Region selbstständig. Ein Facharbeiter hat mithilfe der Arbeitsagentur und Schaffer service den Sprung ins Ausland geschafft. Detaillierte Hintergrundinformationen zum Thema „marktorientierte Zusatzqualifikationen“ sowie Bild- und Hörfunkmaterial finden Sie auf unserer Homepage www.die-besten-im-nordwesten.de im Presse- sowie im Downloadbereich unter dem Stichwort „Halbzeitbilanz“.
Kurzporträt Schaffer service GmbH
Die Schaffer service GmbH wurde am 1. Oktober vergangenen Jahres auf Anregung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) exklusiv für die MitarbeiterInnen gegründet, die seit September 2006 ihre Jobs am Stammsitz des Cabriospezialisten in Osnabrück verloren haben. Schaffer service ist eine Tochter der Schaffer consulting GmbH in München, die seit Jahren erfolgreich Unternehmen bei Teil- und Betriebsschließungen, Personalrestrukturierungen oder Insolvenzen berät.Zwei Wellen
Von den zunächst gekündigten 633 ProduktionsmitarbeiterInnen wechselten 540 zu Schaffer service. Von der zweiten Kündigungswelle zu Beginn des Jahres 2007 waren zusätzlich Verwaltungsangestellte und MitarbeiterInnen interner Dienstleistungsbreiche betroffen: Seit dem 1. Februar 2007 sind weitere 102 Job Suchende Angestellte der Transfergesellschaft. Insgesamt werden 642 ehemalige Karmann-Fachkräfte betreut.Zielvorgabe: mindestens 60 Prozent
Aufgabe der Transfergesellschaft ist es, gemeinsam mit dem Osnabrücker Cabriospezialisten, der Bundesagentur für Arbeit und der niedersächsischen Landesregierung einen sozialverträglichen Weg für die ehemaligen ArbeiterInnen und Angestellten in neue Beschäftigung zu finden. Zielvorgabe: mindestens 60 Prozent der Arbeitssuchenden zu vermitteln. Sie erhalten während ihrer befristeten Zugehörigkeit zu Schaffer service – je nach Kündigungsfrist zwei Monate bis zu einem Jahr – Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 bis 67 Prozent ihres letzten Lohns von der Arbeitsagentur. Karmann steuert weitere 18 Prozent Lohn bei, übernimmt die Sozialbeiträge, Urlaubs- und Feiertagslöhne sowie einen Teil des Qualifizierungs- und Beratungsbudgets.Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds
Das Land Niedersachsen fördert den Transfer der Karmann-MitarbeiterInnen in erheblichem Umfang über das Programm Dynamische Integration in den Arbeitsmarkt (DIA) aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Die konkrete Umsetzung erfolgt über die NBank. Die Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen hat den Auftrag, die ESF-Förderung durch Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildung und Serviceangebote zu unterstützen und stellt die korrekte Verwendung der Mittel sicher.Dateien zum Download:
PM_Schaffer_24082007.pdf
Vortrag_24082007.pdf